Die türkische Wirtschaft zieht die Aufmerksamkeit der globalen Kanzleien auf sich. Fünf der zehn größten Anwaltsunternehmen der Welt haben in der Türkei ein Büro eröffnet.
Die Entwicklungen in der Wirtschaft, die Infrastrukturinvestitionen und die auf Rekordniveau gestiegenen Unternehmensübernahmen haben den Blick ausländischer Juristinnen und Juristen auf die Türkei gelenkt. Seit 2010 sind mehr als 20 internationale Kanzleiriesen in die Türkei gekommen. Als die Weltkonzerne der Branche sahen, dass sich der türkische Rechtsmarkt, der Anfang der 2000er Jahre bei 350 Millionen Lira lag, im Jahr 2012 der Marke von 4 Milliarden Lira näherte, verlagerten sie ihren Wettbewerb aus der globalen Arena in die Türkei. Zu den auffälligsten ausländischen Häusern in dem „Rechtskrieg“, der in der Türkei ausgetragen wird, zählt auch DLA Piper. Das Unternehmen, eine britisch-amerikanische Partnerschaft, schloss das vergangene Jahr mit einem Umsatz von 2,4 Mrd. Dollar ab. DLA Piper, die Nummer eins der globalen Rechtsliga, hat gegen Ende 2010 in Istanbul ein Büro eröffnet. SIE GEHEN PARTNERSCHAFTEN EIN Die in Chicago ansässige Kanzlei Baker&McKenzie, die 4.000 Anwältinnen und Anwälte beschäftigt, hat im vergangenen Jahr den Schritt in die Türkei getan. Das Haus mit 75 Büros in 46 Ländern kam über eine Partnerschaft mit Esin Avukatlık in die Türkei. Das US-amerikanische Unternehmen steht mit einem Umsatz von 2,3 Mrd. Dollar auf Platz zwei der Weltliga. VERTEIDIGTE GEGEN UZAN Clifford Chance, die fünftgrößte Kanzlei der Welt, die das vergangene Jahr mit einem Umsatz von 1,6 Mrd. Pfund abschloss, begann ihre Tätigkeit in Istanbul in Zusammenarbeit mit dem türkischen Haus Yegin. Die siebtgrößte Kanzlei der Welt, die britische Allen&Overy, kam 2011 in die Türkei. Auch Freshfields Bruckhaus Deringer, das achtgrößte Haus der Welt, das die Türkei im Libananco-Verfahren gegen die Uzans vertreten hat, hat in Istanbul ein Büro eröffnet.
Kernpunkte
- Der Eintrag steht im Zusammenhang mit der rechtlichen und wirtschaftlichen Agenda auf der deutsch-türkischen Achse.
- Der Beitrag berührt die Agenda der Unternehmen in den Bereichen Investition, Marktzugang und grenzüberschreitendes Wachstum.
- Die Meldung steht im Zusammenhang mit der Agenda von Streitigkeiten, der türkischen Justiz und der berufsständischen Öffentlichkeit.
Nach den türkischen berufsrechtlichen Vorschriften dürfen türkische Kanzleien nur mit einem einzigen Büro arbeiten. Das erschwert den Wettbewerb mit den Riesen. Dabei erhalten wir dank unserer Erfolge aus Europa die Einladung „Kommt auch hierher“ — gehen können wir aber nicht
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