Für generative KI die Ordnung nach August 2025.
Pflichten des AI Act bei Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck und bei generativer künstlicher Intelligenz: Transparenz, Urheberrechtsrichtlinie, Zusammenfassung der Trainingsdaten und Kennzeichnung von Inhalten.
Wen bindet das GPAI-Regime?
Die Regeln des AI Act für Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck (GPAI) gelten seit August 2025. Unmittelbar angesprochen sind die Anbieter der Modelle; in die Pflichtenkette geraten aber, je nach Rolle, auch Unternehmen, die ein generatives Modell in ihr Produkt einbetten, es feinabstimmen (Fine-Tuning) oder unternehmensweit zur Nutzung freigeben. Der Satz „Wir nutzen doch nur die API“ ist der Anfang der Analyse, nicht ihr Ergebnis.
Pflichten auf der Anbieterseite
Technische Dokumentation und Information der nachgelagerten Anbieter (downstream), eine Richtlinie zur Einhaltung des EU-Urheberrechts und eine hinreichend detaillierte Zusammenfassung der Trainingsdaten — bei Modellen oberhalb der Schwelle des systemischen Risikos kommen zusätzliche Bewertung und Berichterstattung hinzu. Unternehmen, die ein Modell feinabstimmen, können je nach Umfang der Änderung selbst einen Teil der Anbieterpflichten treffen.
Die Seite des einsetzenden Unternehmens
Die Kennzeichnung generativer Ausgaben (Transparenz bei Deepfakes und bei Inhalten für die Öffentlichkeit), Hinweistexte in kundennahen Produkten und der Gleichlauf mit der Urheberrechts- und Datenebene. Eine interne Nutzungsrichtlinie muss festlegen, welche Daten in welche Werkzeuge eingegeben werden dürfen und ab welcher Schwelle eine menschliche Freigabe erforderlich ist.
Von der Rollenanalyse zur Dokumentation
Die Arbeit beginnt mit einer Modell-Rollen-Matrix: Für jedes eingesetzte Modell wird die Rolle bestimmt — Anbieter, Feinabstimmer oder Betreiber. Der zweite Schritt ist die Lückenanalyse: Vorhandene Dokumente und Beschaffungsverträge werden mit den einschlägigen Pflichten des AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689) abgeglichen. Im dritten Schritt entsteht das Dokumentenwerk: Transparenz- und Kennzeichnungstexte, die Richtlinie zur urheberrechtlichen Compliance, eine Vorlage für die Zusammenfassung der Trainingsdaten und die interne Nutzungsrichtlinie. Im vierten Schritt werden die GPAI-Zusagen in die Beschaffungsverträge eingearbeitet. Der letzte Schritt ist die Beobachtung: Der Zeitplan der Leitlinien der Kommission und der Praxisleitfäden wird verfolgt, das Werk wird nachgeführt. Die gemeinsame Sprache mit den technischen Teams stellt unser Legal-Tech-Desk her.

Wer aus der Türkei den EU-Markt bedient
Der räumliche Anwendungsbereich des AI Act reicht weit: Wird die Ausgabe eines Systems in der EU verwendet, kann die Pflichtenkette auch dann greifen, wenn das Modell oder das Produkt aus der Türkei angeboten wird. Deshalb nehmen diese Leistung am häufigsten SaaS- und Softwareexporteure mit Kundschaft in der EU in Anspruch, Unternehmensgruppen, die ihr Produkt über eine deutsche Tochtergesellschaft vertreiben, sowie Agenturen und Integratoren, die generative Funktionen als White Label verkaufen. Die Ebene der personenbezogenen Daten läuft dabei nicht getrennt: Die Rechtsgrundlagen nach KVKK und DSGVO für Trainings- und Ausgabedaten werden in derselben Architektur mit Ihrem KVKK- und DSGVO-Compliance-Programm verbunden. Die Ergebnisse: die Rollenmatrix, ein Lückenbericht, das Dokumentenwerk und die Vertragsklauseln.
Wir stehen Ihnen bei generativer KI und GPAI-Compliance zur Seite
Wir beginnen mit der Modell-Rollen-Analyse, bauen die Anbieterdokumentation und das Richtlinienwerk der Nutzerseite auf und arbeiten die GPAI-Zusagen in Ihre Beschaffungsverträge ein. Unser Schwerpunkt Künstliche Intelligenz verfolgt den Zeitplan; konzentrieren Sie sich auf das Produkt.

Weitere Anwendungen dieser Leistung
KI-Compliance & Governance — unsere weiteren spezialisierten Lösungen in diesem Bereich.
Verknüpfungen zum Mandat
Die Schwerpunkte, Rechtsgebiete, Desks und Rechtsvorschriften, mit denen diese Unterleistung verbunden ist — der vollständige Kontext des Mandats.
Unsere Mandate in dieser Leistung
Die anonymisierten Beispiele unserer Arbeit, die diese Leistung betreffen.
Das Team hinter dieser Leistung
Mit unserem mehrsprachigen Team aus Anwältinnen und Anwälten beraten wir Sie zum türkischen Recht, auch auf Deutsch; Fragen des deutschen Rechts bearbeitet unsere in Deutschland zugelassene Partnerkanzlei activelaw.
Zugehörige Publikationen
Aktuelle Einschätzungen und Leitfäden aus dem Knowledge Center.
Für quelloffene Modelle gelten bestimmte Ausnahmen, sie sind aber begrenzt — besonders an der Schwelle zum systemischen Risiko. Solange Ihre Art der Nutzung und Ihre Verbreitung nicht analysiert sind, sollte keine Ausnahme unterstellt werden.
Je nach Ausmaß der Änderung können teilweise Anbieterpflichten entstehen. Die Rolle ist zu bestimmen, indem der Zweck der Feinabstimmung, der Datensatz und der Vertriebskanal dokumentiert werden.
Für synthetische Inhalte, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, gelten Transparenzregeln; besonders bei Inhalten, die reale Personen nachahmen, ist die Kennzeichnung zwingend. Ausnahmen sind eng auszulegen.
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